Braunwald ist ein Überrest des Talbodens, der zeitweise mit Gletscher bedeckt war. Seine Lage lässt es als möglich erscheinen, dass es schon in vorgeschichtlicher Zeit bevölkert war. Das beweist das im Jahre 1928 auf dem Guppen gefundene Lappenbeil.
1196 Das Ortstockmassiv wird in einer Urkunde als der Felsen Munprecha erwähnt. (Mund, Munt oder Mont heisst Berg; Precha oder Bräch heisst Hütte) Übersetzt würde der Ortstock damals Hüttenstock geheissen haben. An seinem Osthang standen also offenbar Hütten, die Heidenhütli auf Bergeten, deren Ruinen noch zu sehen sind.
1310 In dieser Zeit fehlt der Name Braunwald noch. Im Glarner Abgabenrodel des Klosters Säckingen, dem das Glarnerland damals angehörte, waren aber Frittern und Bächi aufgeführt. Wahrscheinlich wurde das Gebiet von Braunwald damals als Berghube bezeichnet.
1350 Am 25. Juli wurde der Sohn von Hug Vogel, dem Besitzer der Niederschwändi, im Euloch von einem Schwyzerhirten, namens Köder und seinen Gehilfen, erschlagen. Der Mörder wurde in Schwyz hingerichtet.
1421 Um den Lauchboden (Eulochboden) wird zwischen Glarner- und Schwyzerhirten gestritten. Am 2. September spricht das Gericht den Lauchboden den Schwyzern zu. In dieser Urkunde tritt das Gebiet zwischen Ortstock und Eggstöcken erstmals unter der Bezeichnung von Brunwald auf. Es war schon damals eine genossenschaftlich bewirtschaftete Alp, wenigstens in ihrem oberen Teil.
1518 Im Jahrzitenbuch von Linthal werden folgende Grund besitzende Geschlechter auf Braunwald aufgeführt: Wichser, Vogel, Dürst, Ott, Tschudi, Stüssi, Fischli, Streiff, Kielinger, Walser, Häbrig, Gisi, Tolder, Kienast, Wale, Kolb, Strähli, Gnos, Funso, Bussy und Schifi. Im untersten Teil Braunwalds lagen die Güter, über den Alpfaden (Alpzaun) die Rinderalpen.
1542 Im Jahrzitenbuch von reformiert Betschwanden wird erwähnt, dass die Alpstücke auf Braunwald ausschliesslich als Kuhalp bestossen werden. Die Gadenstätte (Güter im Stall) mehren sich.
1562 Am 16. Juni erhalten die Dorfleute von Adlenbach, Luchsingen, Steiningen und Leuggelbach das Geissweidrecht auf der Alp Braunwald. Ebenso wird ihnen das Holz- und Wildheurecht im Hochwald zugesprochen.
1624 Die Geissweidrechte dieser Talleute werden nochmals gerichtlich festgehalten und den Herden bestimmte Stellen der Alp zugewiesen.
1625 Am 5. Juni schneit es neuerdings, nachdem das Vieh auf der Alp schon seit 14 Tagen mit Chris und Laub gefüttert werden musste. Der Boden ist fest gefroren.
1632 Der Brächer Alpbrief wurde aufgestellt. Die Braunwaldalp wird aufgeteilt in Grossbraunwald mit 270 Kuhstössen und Bräch mit 134 Kuhstössen. Das Auf- und Abfahren des Alpviehs in die Heuberge der unteren Güter wird untersagt.
1634 Der Geissweidgang der vier Dörfer auf den Alpen Braunwald, Bräch und Oberblegi wird gerichtlich so geordnet, dass jede der drei Alpen gleichmässig, d.h. zwei Wochen lang je 2 Tage und die dritte Woche 3 Tage mit den Ziegen befahren werden soll.
1671 Der Geschichtsschreiber Johann Heinrich Tschudi berichtet von angeblichem Gespensterspuken auf Braunwald.
1690 Die Grenzen zwischen Linthal und Rüti auf Braunwald werden festgelegt.
1696 Die Gemeindegebiete zwischen Luchsingen und Diesbach werden bis auf den Kneugrat ausgeschieden.
1698 und 1699 bringen ausserordentlich späte Frühlinge und schlechte Herbste. Das Vieh kann erst Ende Juni und anfangs Juli auf die Alp fahren.
1718 Ausscheidung der Gemeindegebiete zwischen Rüti und Betschwanden auf Braunwald.
1765 Den Dorfleuten von Rüti wird verboten, bei schneefreiem Boden Holz über die Braunwaldberge und den Tannenboden zu schleifen.
1768 Der Tagwen Diesbach kauft 50 Stösse der Alp Braunwald für 2'196 Gulden (rund CHF 5'000)
1799 Die Vorsteher dess Tagwen Rüti verkaufen die 50 Stösse der Alp Braunwald für 5'510 Gulden, um den durch den Krieg verarmten Dorfleute Geld verteilen zu können. Eine Abteilung Franzosen zieht Ende August vom Klausen her kommend über Braunwald Richtung Glarus.